2. Sitzung AG Radverkehr

Vorname Name
Sebastian Arnhold
Dominik Jähnert-
Sven Drechsler
Klaus List
Sebastian Fachet
Dietrich Martin
Timon Fehring
Dorothee Quade
Guido Grune
Andreas Seher
Thomas Hädrich
Thomas Wedekind
Sebastian Harendt
Hannes Zöllner
Thomas Hennig
Ulrike Zimmermann

Thomas Hennig, Kovorsitzender der Arbeitsgruppe Radverkehr eröffnet die Sitzung um 17.02 Uhr, begrüßt die Anwesenden und bittet alle Anwesenden um eine Namensnennung.

Tagesordnung

  1. Protokollkontrolle (5')
  2. Geschäftsordnung AG Rad – Vorstellung und Diskussion (20')
  3. Informationen aus dem Beirat Mobilität (wenn vorhanden, LINK) (5')
  4. Themen im Vorlauf des Beirat Mobilität (kommende Sitzung 24.6.) (20')
    • Lastenräder, städtische Studie zu Abstellmöglichkeiten
  5. Auswertung „Hausaufgabe“ zur Wegewahl im städtischen Umfeld (D.
    • Martin) (15')
  6. Erfahrungsberichte/Diskussion der neuen Rotfärbungen im Stadtgebiet (15')
  7. Priorisierung der gesammelten Themen aus der letzten Sitzung (15’)
  8. Sonstiges (5’)

Der Agenda wird in dieser niedergeschriebenen Form mehrheitlich ohne Gegenstimmen zugestimmt.

Zu TOP 1: Protokollkontrolle

Das Protokoll von der konstituierenden Sitzung am 13. Mai 2025 wird in Version 6 zur Abstimmung gestellt. Abstimmungsergebnis: angenommen mit 9 Stimmen, bei 4 Enthaltungen und 0 Gegenstimmen.

Zu TOP 2: Geschäftsordnung

Herr Martin stellt den am 16. Juni 2025 verteilten Entwurf der Geschäftsordnung (GO) „20250616 Geschäftsordnung AG-Radverkehr Sitzungsdiskussionsentwurf“ absatzweise vor und damit den Anwesenden zur Detaildiskussion.

Herr Hädrich merkt §1 Abs, 2-3 an, dass die AG keine ausschließlich reaktive Rolle ein- nehmen, sondern Aufgaben/Themen auch aktiv bearbeiten muss und dies in der GO als Aufgabe aufgeführt sein sollte.

Herr Harendt schlägt, in Ermangelung anderer Wege das Votum der AG Rad zu Themen des Beirats für die Belange der Mobilität zu dokumentieren, vor, dass dies durch die AG Rad-Vertretenden im Protokoll der Beiratssitzung erfolgen sollte.

Frau Zimmermann stimmt dem Vorschlag zu und verallgemeinert dieses Vorgehen auf alle Voten der AG Rad zu Themen des Beirats für die Belange der Mobilität.

Angesprochene Sachverhalte werden in einer weiteren Version überarbeitet. Diese den und dem Rechtsamt der Stadt Jena zur Bewertung vorgestellt. 

Ein positives Votum vorausgesetzt, soll die GO in der nächsten Sitzung der AG Rad beschlossen und verabschiedet werden.

Zu TOP 3: Informationen aus dem Beirat für die Belange der Mobilität der Stadt Jena

Informationen aus dem Beirat Mobilität, Schwerpunkt Sitzung vom 20. Mai 2025. Hauptthema war der Jenaer öffentliche Personennahverkehr, mit Schwerpunkt zu erbringender Einsparung und Änderungen im Liniennetz. Aus Sicht der AG Radverkehr keine Berührungspunkte. Freigegebenes Protokoll der Mobilitätsbeiratssitzung: sollte sich, da am 24. Juni 2025 beschlossen, (irgendwann) hier wiederfinden: https://sessionnet.owl-it.de/jena/bi/si0057.asp?__ksinr=16124

Zu TOP 4: Themen im Vorlauf des Beirat Mobilität – Lastenräder

Dieser Tagesordnungspunkt bereitet die Stellungnahme der AG Rad zu TOP 3 der Sit- zung des Beirats für die Belange der Mobilität vom 24. Juni 2025 mit Titel: Abstellanla- gen für Lastenräder in Jena Vorlage: 25/0423-BE vor.

Frau Zimmermann stellt die Befragungsergebnisse einer städtischen Studie zu Abstellmöglichkeiten von Lastenrädern in der Stadt vor (vgl. Seiten 6ff).

Frau Zimmermann erklärt, dass die neue Jenaer Stellplatzsatzung explizit Stellmöglichkeiten für Lastenräder im Wohnungsbau fordert.

Herr Hädrich merkt an, dass nicht nur Lastenfahrräder einen fahrradfremden Formfak- tor aufweisen, sondern z.B. auch Fahrräder mit Anhängern.

Frau Zimmermann weist darauf hin, dass diese Gespanne zerlegt werden und dann daneben gestellt werden können.

Herr Seher erklärt sich bereit, ein kartenbasiertes online-Werkzeug bereitzustellen, welches von allen Anwesenden genutzt werden kann, Orte zu markieren, an denen Lastenradstellplätze bereitgestellt werden sollten. Die im Nachgang zu der hier protokollierten Sitzung erzeugte Ergebniskarte findet sich im Protokollanhang (vgl. Seite 9).

Zu TOP 5: Auswertung „Hausaufgabe“ zur Wegewahl im städtischen Umfeld

Herr Martin stellt die Umfrageergebnis zu den individuell genutzten Kriterien der Nut- zungsentscheidung zweier unterschiedlicher Wege zwischen identischen Start- und Endpunkten (Löbderstraße im Vergleich zu Kollegiengasse/Nonnenplan) zwischen Holzmarkt und Rathaus vor (vgl. Seiten 10ff).

Als Metrik wurde, aufgrund der stark unterschiedlichen Datenbereitstellung der acht Rückläufe, allein die Anzahl der Nennung jeweils unterschiedlicher Kriterien genutzt.

Kriterium Nennung Kriterium Nennung
Wegstrecke 7 Verkehrsschilder 3
Menschen, viel 7 Vorfahrt 2
Fahroberfläche 6 Einengungen 2
Menschen, wenig 5 ruhender Verkehr 2
Kfz-Verkehr 4 Topographie 2
zu Kurven 3 Sicherheitsgefühl 1

Am häufigsten genannte Kriterien sind: Wegstreckenlänge, Ungestörtheit, Oberfläche. Weitere individuell genannte Faktoren spielen ebenso eine Rolle.

Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Wegewahl dazu genutzt wird, die Fahrzeit, bei individuell vertretbarem Unfallrisiko, zu minimieren.

Herr Wedekind merkt an, dass die hier gefundenen Ergebnisse schon seit Jahren den Stand der Forschung darstellen.

Herr Seher spricht an, dass für ihn die „[seine] Unbequemlichkeit für andere Verkehrsteilnehmer“ ein gleichwertiges Entscheidungskriterium darstellt.

Frau Zimmermann führt hierzu als Beispiel aus, dass sie z.B. morgens (wenig Fußverkehr) zwar die Löbderstraße, aber am Nachmittag (deutlich höhere Fußgängerdichte) sie eher die Kollegiengasse/Nonnenplan-Verbindung nutzt.

Zu Top 6: Erfahrungsberichte/Diskussion der neuen Rotfärbungen im Stadtgebiet

Die im Stadtgebiet in der letzten Zeit vorgenommenen Roteinfärbungen von Straßenbelagsbereichen an Straßeneinmündungen, wurde von Herrn Hennig vorgestellt (siehe „Neue Rotfärbungen-Erfahrungsberichte“, Seiten 12ff).

Als Beispiele werden Karl-Liebknecht-Straße: Radverkehrsplan, Wiesenstraße: Nachmarkierung, es wird darauf hingewiesen, dass die Roteinfärbungen teilweise

  • Fußwege mir Ausschilderung Fußweg/Radfahrer frei (VZ239 + VZ 1022-10) verbinden, während die Rotmarkierung gemeinhin als Hinweis auf „Radweg“ (mit oder ohne Gehweg) besonders von Kfz-Führern angesehen wird (u.a. (Wiesenstraße/Einmündung Parkplatz Wiesenstraße))
  • Rotmarkierungen nicht direkt dem begleitenden Straßenverlauf folgen, sondern deutlich abgesetzt sind. Dies ist schon seit längerem nicht mehr Stand der unfallreduzierenden Verkehrsleitung, da potentielle Unfallpartner aus dem Sichtfeld der abbiegenden Kfz-Führer gelenkt werden und diese dann, nach dem erfolgten Abbiegen, plötzlich von rechts/links kommen (u.a. Wiesenstraße/Löbstedter Straße)
  • Rotmarkierungen teilweise deutlich breiter sind als die abgesenkten Bordsteinkantenbereiche, damit die Nutzer teilweise auf deutlich höhere und daher teilweise gefährlich zu befahrende Bereiche (u.a. Wiesenstraße/Einmündung Parkplatz Wiesenstraße)Frau Zimmermann wird diese Beobachtungen mit der Jenaer Straßenverkehrsbehörde bereden.

In anschließender Diskussion zum Thema wurde zusätzlich Folgendes geäußert:

Herr Seher merkt an, dass die Markierungen potentiell die Flächen freihalten.

Herr Wedekind merkt an, dass vor Jahren die „Unfallforschung der Versicherer“ (UdV) veröffentlicht habe, dass Rotfärbungen an Einmündungen die Unfallhäufigkeit/- schwere nicht signifikant beeinflussen.

Herr Hennig spricht an, dass manche der in der letzten Zeit erfolgten Markierungen im Radverkehrsplan gefordert wurden, andere aber nicht. Sich diese auch nicht im WebGIS wiederfinden.

Herr Drechsler weist darauf hin, dass an der Einmündung des Loquitzwegs auf die Wiesenstraße Blindenleitplatten spitzwinklig, und damit potentiell gefährlich zu befah- ren, und die Borde nicht auf 0 abgesenkt sind.

Frau Zimmermann erklärt, dass DIN [32984 „Bodenindikatoren im öffentlichen Raum“, mit gilt auch DIN 18040-3:2014-12 „Barrierefreies Bauen – Planungsgrundlagen – Teil 3: Öffentlicher Verkehrs- und Freiraum] umgesetzt wurde.

zu TOP 7: Priorisierung der gesammelten Themen aus der letzten Sitzung

Herr Hennig organisierte und sorgte fürs Ausfüllen vorbereitender Listen mit möglichen Themen zukünftiger Sitzungen der AG Radverkehr. Alle Anwesenden hatten die Mög- lichkeit die ihnen 3 wichtigsten Themen mit 3 bis 1 Punkten zu bewerten. Spalte Prio(.risierung) stellt die Punktesummen für jedes Thema dar.

Die Ergebnisse

Problemstelle

Beschreibung

Prio.

Stadioneinfahrt

Verkehrssituation und Gefährdungen der Radfahrer

29

Status Netzausbau

Umlenkung von Verkehrsströmen, um Platz für den Radverkehr zu schaffen

26

Berücksichtigung des Radverkehr bei Bautätigkeit und entsprechender Ausschilderung

Sperrung der Kahlaischen Straße für Radverkehr war offensichtlich unnötig

23

Rückfrage Schwamberger zu Priorisierungen von EFRE-Planungen

Steuerung von Fördermittelverwendung: Tunnel unter der Stadtrodaer Straße (Paradiesbrücke/ Kreuzung Fischergasse) fahrradtauglich machen vs. Saalepromenade hinter dem Stadion teuer sanieren (BV/25-0288)

23

 

Gleis 3

23

Trennung der Verkehrsarten

Allianz mit dem Fußverkehr suchen

23

Situation am Übergang an der Griesbrücke:

Konflikt des straßenbegleitenden Radverkehrs parallel zur Straße und mit dem kreuzenden Rad- und Fußverkehr wenn der Überweg freigeschaltet ist

23

Knebelstrasse

Sichtbarkeit der Ampeln, Phasenschaltung Koordinierung mit dem Kfz-Verkehr

22

geplante Umgestaltung Engelplatz

(shared space)

22

Kontrolle RVP

Erfüllungsstand

20

Westbahnhofareal und Westbahnhofstraße

(speziell Bahnunterführung mit Straßenbahn-Haltestelle)

19

Problemsituationen mit der Geschwindigkeit von Lastenfahrrädern auf Radwegen und freigegebenen Fußwegen

 

19

Zeithorizont für den geplanten Radwegebau:

Durchführung unterhalb der Grenzstraße zur Lobedaer Straße hinter dem Burgaupark

18

 

Zeitplanung für die Wegeführung Richtung Maua

18

Fahrbahnbegleitender Radweg Osttangente

Distanzierung/Abgrenzung Radverkehrsanlagen zum MIV

17

Vorschriften bei Bautätigkeiten von Fachleuten erläutern lassen

 

15

Saalebrücke Blumenkübel / rosa Labyrinthe, fehlende Nullabsenkung

Behinderung Verkehrsfluss/Einengung Verkehrsraum auch ohne Straßenbahn

1

zu TOP 8: Sonstiges

Es wurde bemerkt, dass der Kirchenradweg in Jena-Prießnitz gesperrt und keine Umleitung ausgeschildert ist.

Ein als „Fahrradständer“ genutztes Geländer wurde in Straße „Am Steinborn“ entfernt (?). Ursache hierfür sind die momentan stattfindenden Glasfaserverlegeerdarbeiten. Wie es nach Abschluss wieder sein wird, ist momentan noch nicht klar.

Die Sitzung wird gegen 18:45 von Herrn Hennig geschlossen.

Nächster Sitzungstermin und -ort: 15.7.25 im Rathaus-Plenarsaal

Anlagen – Präsentationen zu den entsprechenden TOPs

zu TOP 4: Lastenradstellplätze

Die Karte mit 20 möglichen Stellplatzorten wurde als gemeinsam geschaffener Diskussionsbeitrag der AG Rad in der Sitzung des Beirats für die Belange der Mobilität am 24. Juni 2025 vorgestellt.

Zu TOP 5: Wege werden individuell gewählt, und deren Attraktivität wird situativ-individuell festgelegt